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Thema des Monats Oktober
Luxusverpackungen der Zukunft für Parfums und Kosmetika: Immer spezieller, vielleicht mal mit SMS-Chip in der Kappe - aber stets am liebsten aus Glas, meint Burkhard Lingenberg, Direktor Marketing und Kommunikation der Gerresheimer Gruppe im Interview
"Der Trend geht weg vom Trend"
Welche technischen Innovationen (Formgebung und Veredelung) gibt es bei der Herstellung von Luxusflakons und -tiegeln, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren?
Lingenberg: Was ist schon undenkbar...? Im Grunde genommen haben sich auch die ausgefallensten Kundenwünsche ja fast immer realisieren lassen - es war stets nur eine Frage des Aufwands. Hier gibt es vor allem drei entscheidende Einflussfaktoren, die sich geändert haben.
Unterm Strich sind mit dieser Effizienz die Gestaltungsmöglichkeiten, die wirtschaftlich im vertretbaren Rahmen liegen, enorm gewachsen. Diese Flexibilität mag manchem vor ein paar Jahren noch utopisch erschienen sein.
Lässt sich die Luxusverpackung noch revolutionieren?
Lingenberg: Sicher. Aber diese Revolution kommt vor allem aus der Exzellenz und Intelligenz der kreativen Idee - technisch ist für uns heute fast alles machbar. Wiederum 'fast', weil wir die physikalischen Gesetze auf diesem Planeten nun mal nicht verändern können...
Welche Kriterien muss die Luxusverpackung der Zukunft erfüllen und wie sieht sie aus, die Luxusverpackung der Zukunft?
Lingenberg: Generell müssen Design und Qualität den exponierten Anspruch des Produkts widerspiegeln, das Material muss dem Inhalt bestmöglichen Schutz bieten, die Convenience muss stimmen. Das ist alles absolut nicht neu und wird für Luxusverpackungen auch künftig in besonderem Maße gelten. Aspekte der Wirtschaftlichkeit kommen vermehrt hinzu. Der zweite Teil Ihrer Frage lässt sich kaum beantworten, denn gerade die Individualität prägt ja auf hohem Niveau diesen Markt. 'Die' Luxusverpackung der Zukunft sehe ich also nicht unbedingt.
Zweifellos werden sich Design-Trends in unterschiedlichsten Richtungen weiter ausprägen. Anders gesagt: Der Trend geht hier weg vom Trend. Hier das Understatement der klaren Linie und die feine Akzentuierung - dort der Kick des Unkonventionellen bis hin zur Provokation, überhaupt zu starker Emotionalität, auch zu Verspieltheit und selbstbewusster Üppigkeit: All dies wird zunehmen. Die Luxusverpackung wird 'spezieller'.
Added Values, wie sie neue funktionale Ergänzungen darstellen, dürften die Vielfalt auf diesem Markt weiter erhöhen. Es gibt ja bereits etliche Flakon-Kreationen, die beispielsweise das Sprühsystem optisch vollständig verschwinden lassen, oder integrierte Dosierysteme für pflegende Kosmetika. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kombination aus raffiniertem Styling, perfekter Convenience und 'Luxus' nach einem neuen Verständnis noch stärker als Marketing-Argument ausgebaut wird. Dabei könnten Trends auch aus gänzlich anderen Bereichen intensiver hereinspielen. Modehäuser, Sportartikelhersteller und sogar Reiseveranstalter mit eigenen Parfum- und Kosmetikmarken haben wir ja längst: Irgendwann bekommen wir vielleicht mal das Duftwasser mit SMS-Chip in der Kappe oder die Pflegemaske mit eingebauter Stopuhr - da kann noch einiges passieren!
Wie kann sich Glas in der Parfümerie und Kosmetik gegen immer vielseitiger einsetzbares Plastik behaupten?
Lingenberg: Glas als natürlicher Werkstoff vereinigt so viele entscheidende Vorzüge in sich, wie sie kein anderes Verpackungsmaterial für Parfums und Kosmetika wohl je bieten kann. So schützt es Duftstoffe und andere Ingredienzien perfekt, was bei hochwertigen Produkten von besonderer Bedeutung ist. Dazu ist es ein inerter Stoff, bei dem also Wechselwirkungen mit dem Inhalt wie Geruchsübertragungen ausgeschlossen sind. Nicht von ungefähr bevorzugen diverse Kosmetikhersteller Glas sogar dann, wenn es etwa unter einer Farbschicht oder einer Verkleidung mit anderen Materialien unsichtbar bleibt.
Glas wirkt wie ein Tresor, und der kann traumhaft anziehend wirken. Durch Optik und Haptik strahlt es auch selbst jene natürliche Wertigkeit aus, die zur Top-Klasse passt. Transparenz, Glanz, Lichtreflexion, Glätte, Gewicht - jede dieser Eigenschaften für sich und alle zusammen strahlen Noblesse ab, beeinflussen Ihre Beziehung zum Produkt. Design und Ausstattung kennen dabei, wie gesagt, so gut wie keine Grenzen: Formen, Prägungen, Reliefs, Kerbungen, Bedruckung, Farbbeschichtung, Mattierung und Kombination mit jedem Material, zum Beispiel auch mit Kunststoffen - kein Problem. Aber nur Glas ist wie Glas.
Quelle: OGIS GmbH, www.glassglobal.com mit freundlicher Genehmigung von Herrn Burkhard Lingenberg der Gerresheimer Glas Aktiengesellschaft, Düsseldorf, www.behaelterglas.de