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Thema des Monats Dezember
Die Ost-Erweiterung Europas (2)
Ob günstige Produktionskosten oder ausreichend Arbeitskräfte, Osteuropa bietet deutliche Vorteile für Glashersteller die den High-Tech Sektor bedienen.
Letzten Monat berichteten wir über Polen und Ungarn.
Bulgarien
Ein weiteres Land, dessen Automobilsektor wächst, ist Bulgarien, ein Land mit fast 8 Millionen Einwohnern, das im Jahr 2007 der EU beitreten soll. Ungleich anderen Ländern in dieser Region werden in Bulgarien selbst keine Autos hergestellt. Jedoch hat der Teilebedarf die Automobilindustrie zu einem der am stärksten wachsenden Bereiche Bulgariens gemacht. Sein Anteil an Automobilteilen und Dienstleistung wird auf ungefähr 100 Millionen US$ geschätzt. Besonders der Bedarf an Fahrzeug-reparaturen und Wartungsausrüstung ist während der letzten drei Jahre jährlich um durchschnittlich 15% gewachsen, so die Zahlen des US Außenhandelsministeriums
Amerikanische Unternehmen wie Ford und GM-Opel haben ihre eigenen Servicestationen überall in Bulgarien eingerichtet. Der Vertriebshändler für Ford in Bulgarien ist das in der Hauptstadt Sofia ansässige Unternehmen Moto-Pfohe GmbH, das auch für Volvo und Jaguar tätig ist. Moto-Pfohe beherbergt Verkauf, Wartung und Ersatzteile unter einem Dach und betreibt 13 Filialen im Land. Die neueste wurde im Mai 2000 in der zweitgrößten Stadt Plovdiv eröffnet.
Tschechische Republik
Ein anderer Industriezweig, der in den letzten paar Jahren einen enormen Zuwachs erfahren hat – und dies insbesondere seit dem September 2001 – ist die Branche für Sicherheits- und Schutzausrüstungen. Zu den führenden regionalen Herstellen in diesem Industriezweig zählt die Tschechische Republik, ein Land mit mehr als 10 Millionen Einwohnern, das genau zwischen Deutschland und Polen liegt. Das amerikanische Außenhandelsministerium schätzt den Wert dieser Industrie für 2002 auf etwa 133 Millionen US$. In der tschechischen Republik sind international tätige amerikanische Konzerne wie Honeywell, Dillon Precision Products Inc ansässig, und auch die Firma Sturm, Ruger & Co. Etwa vor einem Jahr hat die Alarm Device Manufacturing Company (ADEMCO), eine Filiale der in Syosset N.Y. ansässigen Firma Honeywell Corp eine neue Fabrik in Brno, im Südosten der Tschechischen Republik eröffnet.
ADEMCO ist verantwortlich für das Design, die Herstellung und die Vermarktung von Sicherheitsprodukten für den Industrie- und Wohnungsbau. John Tyhacz, der Vizepräsident der Sicherheits- und Brandschutzabteilung von Honeywell, die letztes Jahr einen Umsatz von 1,9 Milliarden US$ generiert hat sagte, dass der Standort Brno eine ausgezeichnete Wahl für den Einstieg in den europäischen Markt war, und dass zum Ende des Jahres die Größe der Produktionsfläche verdoppelt werden würde. Als Hauptgründe für die Wahl der Tschechischen Republik als Standort nennt er die kostengünstigen und dabei ausgebildeten Arbeitskräfte und die Nähe zum europäischen Kundenstamm.
Zusätzlich zur Kundennähe ist die günstige Entfernung zu Lieferanten ebenfalls ein Vorteil für die ADEMCO. "Wir sehen gute Möglichkeiten, uns mit Rohstoffen aus der Tschechischen Republik zu versorgen, und somit die kostengünstigen Arbeitskräfte und technischen Möglichkeiten weiter anheben", so Tyhacz. Ein weiterer Vorteil der Tschechischen Republik gegenüber einigen seiner Nachbarn ist die niedrigere Inflationsrate.
In der Tschechischen Republik ist der Markt für Sicherheits- und Schutzausrüstungen in den letzten Jahren von jährlich 12% auf 14% gewachsen, so die Internationale Handelskammer. Der bevorstehende Eintritt in die Europäische Union wird für die High-Tech-Unternehmen wie ADEMCO sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Eine positive Auswirkung wird sein, dass der EU-Beitritt vermehrt Investitionen in Sicherheitsausrüstungen nach sich zieht, und zwar insbesondere für öffentliche und Regierungsgebäude. Das Risiko bei dem EU-Beitritt jedoch ist, dass die Kosten in einem höheren Maße steigen und daher einige, arbeitsintensive Arbeitsschritte noch weiter in den Osten verlegt werden müssen, wie z.B. in Länder wie Weißrussland und die Ukraine, fügt er hinzu.
Zusätzlich zu den vorgenannten Ländern bieten auch andere Staaten in Mittel- und Osteuropa die Möglichkeit für die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen. Einer der stärksten Anziehungspunkte der Region sind die Herstellungskosten und trotz dass es anzunehmen ist, dass sie irgendwann mit Westeuropa gleich ziehen werden, bleiben die Kosten wahrscheinlich während des nächsten Jahrzehnts noch niedriger. Wenn diese Länder der EU beitreten, wird das Entfallen der Grenzen sicherlich noch weitere Investitionen hier nach sich ziehen, da dies auch die Bankgebühren erheblich nach unten sinken lässt .
Quelle: OGIS GmbH, www.glassglobal.com (Die vorstehenden Informationen wurden aus öffentlich zugänglichen Informationen in Jahresberichten und Pressemitteilungen generiert.)