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Thema des Monats Februar
Ein Industriezweig geht neue Wege
Die Nachricht, dass Quinn Glass in England und Vitro in Mexiko jetzt auch Abfüll-, Etikettier- und Verteilerdienste anbieten und auch spezielle Kundenanfertigungen im Sortiment haben, zeigt die Glasindustrie in einem neuen Licht. Beide Firmen haben erkannt, dass sie ihren Kunden mehr zu bieten haben als nur Glas, und dass sie helfen können, neue Märkte zu erobern.
Lebensmittel- und Getränkehersteller können hier erhebliche Einsparungen einfahren, da keine Kosten mehr für den Transport leerer Flaschen von der Fabrik zum Abfüllbetrieb anfallen, und die Kosten für den Transport gefüllter Behälter zu den Kunden in Gebieten, die ansonsten ineffektiv zu bedienen wären, fallen ebenfalls niedriger aus. Sie können existierende Produkte in neuen Märkten anbieten und neue Produkte dank der Unterstützung ihrer Glashersteller billiger einführen.
Wir haben in der Vergangenheit beobachtet, dass Glashersteller neue Produktionsstätten in der Nähe ihrer Kunden angesiedelt haben, normalerweise verursacht wurde dies entweder durch großen Investitionsbedarf in eine existierende ältere Hütte – die dann entsprechend geschlossen wurde, oder durch eine komplette Neuansiedlung in der Nähe eines neuen Großkunden.
Aber die Aktivitäten von Quinn und Vitro sind noch unüblicher und sind sehr vielversprechende Erneuerungen in einem sonst gesättigten und traditionell eher konservativen Industriezweig. Das europäische Magazin "Glass" blickt jetzt auf 80 Jahre zurück und "Glass International", das den Weltmarkt abdeckt, hat sein 25jähriges Jubiläum gefeiert.
In den vergangenen Jahrzehnten, seit Gründung dieser Fachzeitschriften, hat sich die Glasindustrie bis zur Unkenntlichkeit verändert. Firmen mit langer Tradition sind einfach verschwunden, die Glasproduktion ist in neue Länder abgewandert und konkurrierende Materialien haben dem Glas wichtige Marktanteile gestohlen.
Es wäre jetzt leicht, einfach den Kopf hängen zu lassen und die Dinge einfach laufen zu lassen. Aber die von Quinn und Vitro gegangene Richtung zeigt, dass die Industrie kämpft und neue Beweglichkeit gewonnen hat.
Wir alle wissen, dass Glas ein unendlich recycelbares Material ist und für wie viele Dinge es eingesetzt werden kann. Aber Taten sagen mehr als Worte. Es gibt immer noch Kundenzweige, die sich darüber beschweren, dass Glashersteller keine Unterstützung bieten, die Qualitätskriterien nicht erfüllen, Liefertermine nicht einhalten oder keine Informationen beisteuern.
Es ist jetzt nötig, den Standpunkt zu wechseln, um das verlorene Terrain wieder zu erobern und auch Neuland zu gewinnen. Weltweit haben Handelsgruppen Kampagnen durchgeführt, um dem Glas wieder einen neuen Wert zu verschaffen, aber letztendlich obliegt es den Glasherstellern selbst, eine abschließende Aussage abzugeben.
Wir beglückwünschen Quinn und Vitro, und alle anderen Glashersteller, die in der Lage waren, Ihren Kunden zusätzliche und mehrwertige Leistungen anzubieten. Wir hoffen, dass es weitere Beispiele für Innovationen durch Glashersteller geben wird, nicht nur auf technischem Gebiet sondern auch im Marketing.
Die schönsten und wirtschaftlichsten Glasfabriken auf der Welt sind wertlos und nutzlos, wenn nicht ihre Produkte von den Kunden auch gekauft und verwendet werden. Wir alle müssen die weiteren Schritte in Angriff nehmen, mit allen ihren Herausforderungen und Möglichkeiten, damit unser Industriezweig überlebt und auch weiterhin Erfolg hat.
Quelle: OGIS GmbH, http://www.glassglobal.com in Zusammenarbeit mit dmg World Media, http://www.glassmediaonline.com