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Thema des Monats Juli: Der Russische Glasmarkt, Teil 2 - Behälterglas/Glasfaser
Der Russische Glasmarkt, Teil 2 - Behälterglas/Glasfaser
Ein Überblick über die Entwicklungen auf dem Russischen Glassektor, der in den letzten Jahren ein erhebliches Wachstum und große Investitionen verzeichnen konnte.
Behälterglas
Gemeinsam mit den anderen osteuropäischen Ländern verzeichnet Russland einen starken Zuwachs in allen Bereichen der Behälterglasherstellung. Besonders im Bereich Bierflaschen wird Russland als weltgrößter Wachstumsmarkt angesehen, da sich die junge Bevölkerung vom traditionellen Wodka abwendet. Hier wird ein jährliches Wachstum des Marktes um ca. 6 % erwartet.
Nach Angabe der Hauptinvestoren in diesem Gebiet, wurde die Nachfrage in den vergangenen Jahren hauptsächlich durch teure Importware und billige Pfandflaschen gedeckt, was letztendlich bedeutete, dass eine größere Kapitalspritze erforderlich war, wenn das Land eine drastische Knappheit qualitativ hochwertiger Flaschen vermeiden wollte. Als Ergebnis folgte, dass in den letzten paar Jahren bedeutende Investitionen in die Flaschenherstellung getätigt worden sind.
1997 erwarb Sise Cam den Glashersteller Mina-Ksani von der Regierung Georgiens, um den wachsenden Bedarf des russischen Biermarktes zu decken und erhielt dabei Hilfe vom IFC (International Finance Corporation) und der ERBD (European Bank for Reconstruction & Development). Die US Overseas Private Investment Corporation stellte einen Kredit in Höhe von 29,5 Millionen US$ zur Verfügung, um die Glasfabrik in Rasko zu erweitern, mit der Absicht, die Produktion auf annähernd 1,2 Mrd. Flaschen jährlich zu erhöhen.
Im weiteren Verlauf, im Jahr 2002, hat Sise Cam seine Position in dieser Region durch den Erwerb der Glasflaschenfabrik Ruscam in Gorokhovets noch weiter verstärkt. Anfang dieses Jahres hat der IFC, im Anschluss an seinen Kredit über 23 Millionen US$ zur Finanzierung des ersten und zweiten Ofens der Ruscam Fabrik, einen dritten Kredit in Höhe von 17,5 Millionen US$ genehmigt, um einen dritten Ofen und vier Flaschenlinien zu finanzieren. Der letztere Kredit wird es der Fabrik ermöglichen, ihre Kapazität auf 975 Tonnen Glas pro Tag zu erhöhen.
Glasfaser
Im April diesen Jahres hat die französische Firma Saint-Gobain angekündigt, einen Betrag von 120 Millionen US$ in die Umstrukturierung der Glasfaserfabrik Steklovolokno (Gebiet Vladimir) zu investieren. Saint Gobain hat die Majorität an dieser Fabrik von der in Moskau ansässigen russischen Firma Russkie Investory erworben, um hier eine neue Produktionsstätte aufzubauen. Der Preis dieses Geschäftes wurde nicht bekannt gegeben.
Auch die spanische Firma Uralita stürmt auf den russischen Markt. Im September 2003 begann die Firma in ihrer zweiten russischen Fabrik Glaswolle herzustellen. Uralita hat bereits einen festen Stand im russischen Markt. Eigenen Zahlen zufolge hält sie einen Marktanteil von 58% und sie hat die Absicht, diese führende Position auf dem zukunftsträchtigen russischen Markt durch Start einer weiteren Produktion in Nowosibirsk, der Hauptstadt Sibiriens, zu untermauern. Die Arbeiten an der neuen Fabrik sollen bereits dieses Jahr in Angriff genommen werden.
Schlussfolgerung
Die führenden Industrieunternehmen sprechen von Russland als potentiellem Wachstumsmarkt, der von allen ausländischen Investoren aufmerksam beobachtet werden muss. Tatsächlich kommentiert Patricia Howard, die englische Wirtschaftsministerin, anlässlich des Russischen Wirtschaftsforums in London, dass "Alle Anzeichen darauf hinweisen, dass Russland das nächste China ist. Ich will, dass England auf den Zug aufgesprungen ist, bevor er losgefahren ist."
Unternehmen werden darin bestärkt, nicht die Gelegenheit zu verpassen und die hervorragenden Geschäftsausichten, die sich derzeit in Russland bieten, zu ergreifen, bevor es zu spät ist.
Letztendlich können die Unternehmen, die bereits einen Vorsprung auf dem russischen Glasmarkt haben – wie z.B. Asahi, Pilkington, Sise Cam und Saint Gobain – erwarten, von einem reicheren, stabileren und exportorientierten Russland zu profitieren.
Der im Vormonat erschienene 1.Teil beschäftigte sich mit der Flachglasindustrie
Quelle: OGIS GmbH, http://www.glassglobal.com/ in Zusammenarbeit mit dmg World Media, http://www.glassmediaonline.com/