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Neue Anwendung für Laser in der Isolierglas-Produktion


Laser Zentrum Hannover e.V.
Mit Lasertechnologie lassen sich aus Glas problemlos auch komplexe Formen schneiden.


Die Lasertechnologie findet in der Glasherstellung und –verarbeitung immer neue Anwendungsfelder. Beim Schneiden und Markieren von Glas leisten Laser bereits seit einiger Zeit zuverlässig ihre Arbeit. Neu ist nun ihr Einsatz bei der Randentschichtung von Low-E-Gläsern in der Isolierglas-Produktion.

Die Neuentwicklung des italienischen Glasmaschinenherstellers Intermac sorgte im Herbst 2007 für Aufsehen unter Maschinenbauern und Glasverarbeitern. Denn die Randentschichtung mittels Lasertechnologie bietet einige Vorteile gegenüber den bisher für diesen Arbeitsgang eingesetzten Schleifscheiben. Laut Intermac entschichtet die neue Technik absolut staubfrei. Eine Verschmutzung der Scheiben werde so verhindert und eine bessere Produktqualität erzielt. Da der Laser ausschließlich auf der Beschichtung arbeite, werde das Glas weder angegriffen noch erhitzt. Mikroabschürfungen und Spannungen auf der Oberfläche der Scheiben würden so wirkungsvoll verhindert.

Aufwändiger Abstimmungsprozess

Zwei Jahre lang haben die Intermac-Ingenieure an der Entwicklung des neuen LCR (Laser Coating Removal) gearbeitet und eine ganze Reihe von Tests durchgeführt, bis sie ihr Ziel erreicht hatten - den Bau eines genau auf die Eigenschaften des Schneidtisches abgestimmten Entschichtungs-Lasers. Der Entwicklungsprozess war mit vielen Hürden verbunden, denn die Lasertechnologie musste mit den extrem dynamischen Achsenbewegungen des Schneidtisches vereinbart werden. Zudem sollten die hohen Anforderungen der Hersteller an die Entschichtung erfüllt, ein Mehrwert erreicht und die Kosten für die Anlage im Rahmen gehalten werden.

Montiert wurde der Prototyp der neuen Laser-Randentschichtungseinheit schließlich auf den bewährten Schneidtisch der Baureihe Genius 37 CT von Intermac. Um die Qualität der Randentschichtung zu überprüfen, wurde das renommierte Istituto Giordano mit der Durchführung von Testreihen zur Haftung des Dichstoffs am Glas, der Isolierung sowie der Licht-, Hitze- und Wetterbeständigkeit beauftragt. Die zertifizierten Prüfungen auf Low-E-Gläsern hätten überzeugende Resultate erbracht, berichtet Intermac. Die Leistungsfähigkeit des LCR-Systems lägen derzeit bei 60 Meter in der Minute. Der Maschinenbauer geht alledings davon aus, dass die Anlage diesbezüglich noch Entwicklungspotenzial bietet.

Das zum Patent angemeldete Laser-Randentschichtungssystem LCR soll laut Intermac nicht nur an neuen Anlagen zum Einsatz kommen. Besitzer von bereits installierten Intermac-Schneidtischen der Baureihe Genius können die innovative Lasertechnologie auch nachrüsten.

Lasertechnologie auf der glasstec 2008

Schon in den Jahren 2004 und 2008 konnten auf der größten Glasfachmesse der Welt die neuesten Entwicklungen aus dem Bereich der Lasertechnologie in Augenschein genommen werden. Die glasstec 2008 wird vom 21. bis 25. Oktober diese Tradition fortsetzen und der innovativen Zukunftstechnologie wieder einen Themenschwerpunkt widmen. Denn die Einsatzbandbreite der Lasertechnologie in der Glasbe- und verarbeitung ist noch längst nicht ausgeschöpft. Neben dem Trennen, Umformen und der Gravieren eröffnet auch das Glasbohren mittels Laserstrahl interessante Perspektiven für die Glasindustrie.

 
 

Mehr Informationen

Für die Testreihen der Laser-Randentschichtung montierte Intermac das LCR-System auf dem Schlitten des Schneidtisches Genius 37 CT. Alle Tische dieser Baureihe lassen sich mit dem neuen System nachrüsten.
Bild: Intermac

Fraunhofer IVM

Laser Zentrum Hannover e.V.
Auch Bohrungen in Glas können mit der Lasertechnik realisiert werden.