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Warme Kanten


Sinkt die Oberflächentemperatur der raumseitigen Scheibe einer Isolierverglasung unter die Taupunkttemperatur der umgebenden Luft, fällt Tauwasser an. Dieser unerwünschte Effekt wird durch Warme Kante-Abstandhalter deutlich reduziert.

Warme Kanten jetzt vergleichbar

Der Bundesverbandes Flachglas e.V. hat mit der Entwicklung spezieller Datenblätter die Grundlage für einen einfachen Vergleich der Leistungsfähigkeit von Isolierglas-Abstandhaltern für die Warme Kante geschaffen.

Seit Mitte der neunziger Jahre werden in der Isolierglasproduktion neben den klassischen Abstandhaltern aus Aluminium verstärkt auch so genannte Warme-Kante-Abstandhalter eingesetzt, die im Randverbund des Isolierglases eine verbesserte thermische Trennung sicherstellen. Durch die damit erreichbare verringerte Wärmeleitfähigkeit des Randverbunds wird die Wärmedämmung von Fenstern, Türen und Fassaden in den kritischen Übergangsbereichen vom Glas zum Rahmenprofil deutlich verbessert. Die so genannte „Warme Kante“ (englisch: warm edge) sorgt dafür, dass Tauwasser auf den Innenseiten der Verglasungen erst bei deutlich höheren Raumluftfeuchten auftritt als bei den sonst üblichen Aluminiumprofilen. So werden durch die Warme Kante mögliche Schäden an Fensterrahmen verhindert, die Energiebilanz von Gebäuden verbessert und der Wohnkomfort erhöht.

Vergleichbarkeit war bisher schwierig

Mittlerweile werden eine ganze Reihe unterschiedlicher Warme Kante-Abstandhalter im Markt angeboten. Neben Profilen aus Edelstahl, verschiedenen Kunststoffmischungen und Struktursilikonschaum kommen auch spritzbare thermoplastische Abstandhalter aus Polyisobutylen sowie aus Polypropylen mit einer hauchdünnen Ummantelung aus Edelstahlfolie zum Einsatz. Eine direkte Vergleichbarkeit der Leistungsfähigkeit der einzelnen Systeme war bisher nur mit relativ hohem Aufwand möglich. Isolierglashersteller sowie Fenster- und Fassadenbauer, die die Auswirkungen von Warme Kante-Abstandhaltern auf ihre individuellen Konstruktionen prüfen wollten, mussten zunächst mühsam die Kennzahlen der einzelnen Systeme recherchieren und sie dann in die Berechnungen ihrer Isolierglasaufbauten und Rahmenkonstruktionen einbauen.

Einheitliche Berechnungs- und Messmethoden

Die seit April 2008 verfügbaren Datenblätter der BF-Arbeitsgruppe „Warme Kante“ bieten nun erstmals die Möglichkeit, die auf gleichen Berechnungs- und Messmethoden beruhenden, systembezogenen linearen Wärmedurchgangskoeffizienten (Psi-Werte) der Abstandhalter auf einer einheitlichen Basis direkt miteinander zu vergleichen. Neun Abstandhalter-Hersteller und die Glasindustrie waren an der Erstellung der Datenblätter beteiligt. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Institut für Fenstertechnik, Rosenheim, und der Hochschule Rosenheim. Für die Fenstermaterialien Holz, Holz/Alu, PVC und Aluminium wurden die repräsentativen Psi-Werte von 15 verschiedenen Warme Kante-Abstandhaltern für Zweifach- und Dreifach-Verglasungen ermittelt.

Isolierglas- und Fensterhersteller können nun die Datenblätter zur Berechnung der Wärmedurchgangswerte ihrer Produkte nutzen. Das Berechnungsverfahren wird durch die Datenblätter einfacher und transparenter. Jedem einzelnen Rahmentyp ist der entsprechende Psi-Wert für Zweischeiben- und Dreischeiben-Isolierglas zugeordnet. Der Nutzer kann so schnell den für seine Konstruktion relevanten Wert ermitteln.
Die neuen Datenblätter werden laut Bundesverband Flachglas auch Auswirkungen auf die Güte-und Prüfbestimmungen der Gütegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas haben. Künftig soll die Ermittlung der Psi-Werte nach den im Projekt entwickelten Kriterien Voraussetzung für die Vergabe des RAL-Gütezeichens für Mehrscheiben-Isoliergläser werden.

Ergänzend zu den neuen Datenblättern hat der Arbeitskreis Warme Kante einen „Kompass `Warme Kante` für Fenster“ erarbeitet. Das mehrseitige Info-Blatt bietet eine Fülle wichtiger Informationen zum Thema „Warme Kante“ und soll dazu beitragen, die Grundlagen für eine einheitliche Vorgehensweise am Markt zu schaffen.

Informationen zu den neuen Datenblättern und dem begleitenden Info-Material gibt es beim Bundesverband Flachglas e.V. (http://www.bundesverband-flachglas.de/) und der Gütegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas e.V. (http://www.gmiev.de/). Bereits in Kürze sollen die neuen Datenblätter auf beiden Websites zum Download zur Verfügung stehen.

Wie weit die Entwicklung der Warmen Kante für Isoliergläser fortgeschritten ist, wird auf der glasstec 2008 zu sehen sein. Sämtliche Hersteller entsprechender Systeme werden in Düsseldorf vertreten sein und ihre neuesten Produktentwicklungen präsentieren.

 
 

Mehr Informationen

TGI Spacer (Kunsststoff/Edelstahl) von Technoform Glass Insulation

Helima Nirotec 017 (Edelstahl) von Helmut Lingemann

TPS (Polyisobutylen) von Kömmerling Chemische Farbrik

Super Spacer Triseal (Silikonschaum/Mylarfolie) von Edgetech