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Zukunft des Wärmeschutzglases

Moderne Zweifach-Isoliergläser mit metallischer Wärmeschutzbeschichtung bieten bereits eine sehr gute Wärmedämmung. Neue gesetzliche Anforderungen werden jedoch künftig weitere Produktinnovationen erforderlich machen.
Im Herbst 2007 beschloss die deutsche Bundesregierung die Wärmeschutzanforderungen an Gebäude bereits in naher Zukunft drastisch zu erhöhen. In einem ersten Schritt soll mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 eine Verschärfung um 30 Prozent und in einer zweiten Stufe mit der EnEV 2012 eine weitere um nochmals 30 Prozent realisiert werden.
In der deutschen Glasbranche wird seit Bekanntwerden dieser Vorgaben intensiv diskutiert, wie die neuen Anforderungen bei Fenster- und Fassadenverglasungen realisiert werden können.
Nahe der physikalischen Grenze
Schon in den vergangenen Jahren wurden die Leistungsmerkmale von Wärmeschutzgläsern ständig verbessert. Mittlerweile ist ein Dämmniveau erreicht, das ohne eine Veränderung des Glasaufbaus kaum noch zu steigern ist. Mit einem Wärmedurchlasskoeffizienten von 1,0 W/m2K isolieren die Top-Zweifach-Isoliergläser erheblich besser als frühere Isolierglas-Generationen. Wesentlich dazu beigetragen haben leistungsstarke, niedrig emittierende Metallbeschichtungen (Low-E), Edelgas im Schweibenzwischenraum sowie der Einsatz eines energetisch optimierten Randverbunds - der so genannten Warmen Kante.
Mit diesen aktuellen Isolierglasaufbauten werden sich die Anforderungen der EnEV 2007 noch erfüllen lassen, für die zweite Verschärfungsstufe sind sie jedoch nicht mehr ausreichend.
Dreifach-Isoliergläser ausgereift
Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis wird bereits jetzt intensiv diskutiert, ob künftig Dreifach-Isoliergläser die bisherigen Zweifach-Aufbauten als Standardverglasung ablösen werden. Durch die zusätzliche Scheibe im Glasaufbau lassen sich Spitzendämmwerte von 0,4 W/m2K erreichen. Schon seit einiger Zeit finden Dreifach-Isoliergläser vor allem in Passivhäusern Anwendung. Nachteile dieser hochfunktionalen Gläser sind ihre große Dicke, ihr hohes Gewicht und eine reduzierte Lichtransmission. Um die Schwergewichte dauerhaft aufnehmen zu können, sind sehr stabile Rahmenprofile mit größerer Bautiefe notwendig. Aufgrund des erhöhten Materialeinsatzes und der aufwändigeren Produktionsweise liegt der Preis pro Einheit deutlich zudem über dem von Zweifach-Isolierglas. Technisch ist es für die Isolierglasbranche allerdings schon heute kein Problem mehr, diese hochdämmenden Isoliergläser zu produzieren.
Vakuumgläser in der Entwicklung
Anders sieht dies bei Vakuumgläsern aus. Der Einsatz dieser Gläser hätte sehr positive Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Trägerkonstruktionen. Vakuumgläser haben aufgrund ihres Scheibenzwischenraums von weniger als einem Millimeter eine Gesamtdicke von nicht einmal einem Zentimeter. In optimierter Ausführung erreichen sie dennoch Wärmedämmwerte auf dem Niveau von Dreifach-Isoliergläsern. Derzeit wird vielerorts intensiv an der Serienreife von Vakuumgläsern geforscht. Die Problematik ist dabei stets dieselbe. Da im Scheibenzwischenraum Vakuum herrscht, müssen in geringen Abständen Abstandhalter integriert werden. Diese beeinträchtigen allerdings die Durchsicht. Auch die Ausführung des Randverbunds ist noch sehr aufwändig. Aufgrund der hohen Fertigungskosten ist das Glas zurzeit wirtschaftlich noch nicht konkurrenzfähig.
Wie die Glasbeschichter und Isolierglashersteller auf die künftigen Herausforderungen reagieren, und mit welchen Produkten sie in Zukunft punkten wollen, wird auf der glasstec 2008 erkennbar sein. Vom 21. bis 25. Oktober präsentieren Glasveredeler aus aller Welt auf der internationalen Branchenmesse ihre Neuentwicklungen.