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Glas als Verpackungsmaterial immer beliebter


Nachdem die deutsche Behälterglasindustrie in der ersten Hälfte des Jahrzehnts von Nachfragerückgängen und Überkapazitäten geprägt war, erfreut sich die Branche nun einer sehr positiven Entwicklung.
Bilder/Grafiken: Aktionsforum Glasverpackung


Der Werkstoff Glas bietet als Behälter- und Verpackungsmaterial für Getränke und Nahrungsmittel sowie für Kosmetikartikel, Parfums und Arzneimittel entscheidende Vorteile gegenüber alternativen Materialien. Das Besondere am Verpackungsmaterial Glas sei, dass es in idealer Weise „vernünftige“ Eigenschaften wie Geschmacks- und Geruchsneutralität, Reinheit und Umweltfreundlichkeit mit lifestyleorientierter Ästhetik verbinde, wird der Marketing- und Handelsexperte Prof. Dr. Claudius A. Schmitz, von der Fachhochschule Gelsenkirchen in der Dezember-Ausgabe 2007 von „glasklar“, dem Journal des Aktionsforums Glasverpackung, zitiert. Jüngste Forschungen belegen laut Schmitz, dass die Deutschen mit Glas ihren aktuellen Zeitgeist erleben. Zugleich sei das natürliche Verpackungsmaterial aber auch für die steigende Zahl älterer Menschen von besonderer Bedeutung, da es ihrem traditionsorientierten Lebenswandel entspreche. „Aus diesen Gründen gibt es für Hersteller, die Glasverpackungen einsetzen, auch langfristig erstklassige Chancen am Markt“, prognostiziert Schmitz.

Wertewandel steigert Nachfrage

Offensichtlich vollzieht sich bei den Konsumenten derzeit ein Wertewandel hin zu hochwertigen, nachhaltigen Produkten. „Verantwortlich dafür ist die zunehmende Zahl der Verbraucher, für die Gesundheit und Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert einnimmt“, erklärt Schmitz diese Entwicklung. Ähnlich positiv sieht auch Gerd Gerken, Leiter des Instituts für Zukunftsberatung, die Entwicklung für die Glas-Verpackung: „Vor allem bei den entscheidenden Design-Trends „Integrität“ und „Neuer Vitalismus“ hat sie die Chance, sich für die nächsten Jahrzehnte positiv zu positionieren“, wird Gerken in der Fachzeitschrift „Getränkeindustrie“, Ausgabe 6/2006, zitiert.

Gestützt wird diese Prognose auch von einer Studie, die das Stuttgarter G.R.P. Institut für Rationelle Psychologie unter Leitung von Prof. H.J.H. Ertel durchgeführt hat. Sie belegt auf der Basis von Tests mit 1.024 Probanden, dass Biere und Fruchtsäfte aus Glasverpackungen den Genuss steigern. Umfragen bestätigten zudem, dass neun von zehn Verbrauchern Bier am liebsten in der Glasflasche kaufen und Mütter beim Kauf von Babynahrung Glasverpackungen bevorzugen. Auch diese Ergebnisse unterstreichen die Wertigkeit des Werkstoffs Glas für die Konsumenten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umweltverträglichkeit des Materials. 95 Prozent der Deutschen trennen Flaschen und Gläser meistens vom Restmüll, dies ergab eine Umfrage des Instituts Valid Research unter 1.000 Haushalten. Damit erzielt Glas den höchsten Wert unter allen Verpackungsmaterialien.

Erfolgreiches Jahr 2007

Angesichts der unstrittigen Vorteile von Glas und der aktuellen Marktentwicklungen blickt die Behälterglasindustrie mit ihren 32 Standorten und rund 9.000 Beschäftigten in Deutschland derzeit sehr positiv in die Zukunft. Bereits im April 2007 erklärte Paul Neeteson, Präsident des Bundesverbandes der Glasindustrie e.V: angesichts voll ausgeschöpfter Produktionskapazitäten: „Es geht bergauf.“ Und er sollte Recht behalten. Laut einer im März 2008 veröffentlichten Pressemitteilung des Aktionsforums Glasverpackung (www.glasaktuell.de) stieg das Produktionsvolumen der Behälterglasindustrie 2007 um 4,1 Prozent auf 4,08 Millionen Tonnen. Zugleich legte der Umsatz um 6,8 Prozent auf 1,73 Mrd. Euro zu. „Verbraucher und Hersteller wissen die einzigartigen Vorteile des Naturmaterials Glas zu schätzen. Dabei profitieren wir von den steigenden Qualitätsanforderungen der Konsumenten“, kommentiert Dr. Johann Overath, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Glasindustrie e.V. die positive Entwicklung.

Die Branche konnte in allen Bereichen zulegen: Das Produktionsvolumen bei Getränkeflaschen stieg 2007 um 4,6 Prozent auf 2,7 Mio. Tonnen. Bei Lebensmittelgläsern verzeichnete der Verband ein Plus von 2,0 Prozent auf 1,0 Mio. Tonnen, und der Bereich Pharmazie und Kosmetik legte um 7,2 Prozent auf 326.000 Tonnen zu. Der Anteil am Produktionsvolumen betrug bei Getränkeflaschen rund 67 Prozent, bei Lebensmitteln ca. 25 Prozent und im Bereich Pharma/Kosmetik 8,0 Prozent.

Kapazitäten ausgeschöpft

Laut Aussage ihrer Verbandszentrale haben die Unternehmen der Behälterglasindustrie im vergangenen Jahr alle Möglichkeiten zur Produktionssteigerung genutzt und sämtliche Kapazitäten ausgeschöpft. Wegen der großen Inlandsnachfrage sei der Export deutlich zurückgefahren worden. Während der Binnenabsatz um 5,4 Prozent zugelegt habe, sei der Export um 6,4 Prozent zurückgegangen. Für das laufende Jahr erwartet die Branche eine stabile Marktentwicklung. Der Trend zum Glas sorgt zugleich für einen Investitionsschub. „Viele Unternehmen bauen ihre Standorte mit großem Aufwand aus, um die steigende Nachfrage befriedigen zu können“, erklärt Overath.

Neueste Produktionstechnik auf der glasstec

Mit welchen technischen Equipment die Behälterglasindustrie künftig die neuen Herausforderungen des Marktes bewältigen kann, wird vom 21. bis 25. Oktober 2008 auf der glasstec in Düsseldorf zu sehen sein. Rund 150 Aussteller zeigen auf der wichtigsten Fachmesse der internationalen Glasbranche ihre Innovationen für die effiziente Herstellung und Veredelung von Behältergläsern.

 
 

Mehr Informationen

Bilder/Grafiken: Aktionsforum Glasverpackung

Branchenkennzahlen 2007

Quelle: Aktionsforum Glasverpackung