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Sonnenschutz durch schaltbare Verglasungen


In den IT-Räumen eines Schulgebäudes wurde das elektrochrome Glas EControl in Fenstern mit Glaseinheiten verschiedener Größe verbaut. Beim Arbeiten an den Computern herrschen nun konstante Lichtverhältnisse.
Bilder/Grafiken: EControl-Glas GmbH & Co. KG


Durch den Einsatz elektrochromer Sonnenschutzgläser lässt sich der Licht- und Wärmeeintrag in Gebäude nach Bedarf steuern.

Große Glasflächen in Gebäudehüllen bieten unbestreitbare Vorteile. Sie schaffen helle, lichtdurchflutete Innenräume und ermöglichen durch die Nutzung des Tageslichts eine Reduzierung des Energiebedarfs für die künstliche Beleuchtung. Anderseits lassen sie aber in den Sommermonaten auch viel Wärmeenergie in das Gebäude eindringen. Sonnenschutzverglasungen allein reichen oft nicht aus, um ein Aufheizen der Räume gänzlich zu verhindern. Ergänzend müssen in diesen Fällen zusätzliche Sonnenschutzeinrichtungen montiert werden, um den Energiebedarf für die Kühlung gering zu halten.

Bei der Planung von Sonnenschutzlösungen an Büro- und Verwaltungsgebäuden muss zudem berücksichtigt werden, dass der Blick nach draußen trotz Verschattung möglichst uneingeschränkt erhalten bleibt und Blendeffekte an den Arbeitsplätzen vermieden werden. Herkömmliche Verschattungseinrichtungen wie Jalousien, Markisen und Raffstoren können diese Anforderungen jedoch nur bedingt erfüllen.

Sonnenschutz auf Knopfdruck

Eine hochinteressante Alternative zu den mechanischen Verschattungen sind die neuen elektrochrome Sonnenschutzgläser. Sie bieten eine dynamische Sonnenschutzfunktion, ermöglichen zu jeder Zeit eine ungehinderte Durchsicht und schützen weitgehend vor Blendeffekten. Neben den funktionellen Vorteilen dieser Verglasungen eröffnet der Wegfall der klassischen Sonnenschutzeinrichtungen Architekten auch neue Spielräume bei der Gestaltung der Gebäudehülle.

Mit elektrochromen Gläsern können Räume bedarfsgerecht mit Tageslicht versorgt werden. Der Aufbau der im Markt erhältlichen neuen Gläser mit dynamischen Schichtsystem entspricht dem herkömmlicher Isoliergläser. Auf der Innenseite befindet sich eine Floatglasscheibe, auf der Außenseite des Scheibenzwischenraums der elektrochrome Verbundaufbau aus zwei weiteren Floatglasscheiben. Die hauchdünnen Beschichtungen auf den Innenseiten dieser beiden Scheiben können Ionen aufnehmen und abgeben. Zwischen den beiden Scheiben ist eine Lithium-ionenleitfähige Polymerfolie platziert. Wird elektrische Spannung angelegt (< 5 Volt), wird der Ionenaustausch aktiviert, die Glaseinheit färbt sich blau ein und reduziert damit die Licht- und Gesamtenergiedurchlässigkeit der Verglasung. Zwischen den Endstufen „hell“ und „dunkel“ können auch vordefinierte Zwischenstufen gewählt werden. Jede Scheibe ist über eine elektrische Zuleitung mit einem Schaltgerät verbunden und einzeln steuerbar. Über eine Gruppensteuerung lassen sich aber auch ganze Fassadenbereiche mit bis zu 30 Scheiben mit einem Knopfdruck regeln. Wird die Elektronik an das Bussystem der Gebäudeleittechnik angeschlossen, ist auch eine stufenlose Steuerung der Einfärbung möglich. Die Veränderung von der hellsten bis zur dunkelsten Einstellung dauert bei einer Scheibengröße von 100 x 100 cm ca. zwölf Minuten. Für den Gebäudenutzer verläuft der lautlose Einfärbungsprozess nahezu unbemerkt.

Überzeugende Werte

Der Gesamtenergiedurchlass (g) des im Markt verfügbaren elektrochromen Glases variiert zwischen 12 und 36 Prozent nach EN 410. Der Wärmedämmwert (Ug) mit Wärmeschutzbeschichtung auf der Innenscheibe entspricht mit 1,1 W/m2K dem Standard moderner Wärmeschutzverglasungen. Mit Dreifach-Isolierglas können Ug-Werte bis 0,5 und g-Werte zwischen 10 und 35 Prozent erreicht werden.


Elektrochrome Gläser lassen sich in Fenstern und Fassaden ebenso einbauen wie in Dachverglasungen und Wintergärten. Sie können in diversen Formaten gefertigt und in Glasaufbauten mit erhöhten Schallschutz- oder Sicherheitsanforderungen integriert werden.
Für besondere Anforderungen, beispielsweise bei Überkopfverglasungen, ist ein Ausführung mit den entsprechenden regelkonformen Aufbauten möglich.

Bedacht werden muss beim Einsatz elektrochromer Gläser allerdings, dass sie keinen sicheren Blendschutz bieten. Auch im abgedunkelten Zustand besteht eine Blendgefahr durch direktes Sonnenlicht. Ferner sollte im eingebauten Zustand Schlagschatten weitgehend vermieden werden, da die dauerhafte Abschattung von Teilbereichen des Glases zu Transmissionsunterschieden in der Abdunkelung führt. Weitere Infos zu elektrochromen Gläsern finden Sie im Internet unter www.econtrol-glas.de

Neueste Entwicklungen auf der glasstec 2008

Welche Leistungsparameter elektrochrome Gläser heute bereits bieten und wie weit die Entwicklungen bei schaltbaren Gläsern mit alternativen Technologien, wie beispielsweise der Gaschromie, Thermochromie, Thermotropie, Photochromie und Flüssigkristallen (PDLC und SPD), fortgeschritten sind, wird die glasstec 2008 zeigen. Sowohl in den Messehallen als auch im Fachsymposium zur Sonderschau „glass technology live“ werden vom 21. bis 25. Oktober die neuesten Erkenntnisse präsentiert.


Bilder/Grafiken: EControl-Glas GmbH & Co. KG


Bilder/Grafiken: EControl-Glas GmbH & Co. KG

 
 

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Die Lichttransmission des variablen Sonnenschutzglases EControl liegt zwischen 50 und 15 Prozent. Mit der elektrochromen Verglasung lassen sich Licht- und Energiedurchlässigkeit je nach Wetterlage durch eine blaue Einfärbung elektronisch steuern. Der Schaltprozess verläuft geräuschlos und fließend.
Bilder/Grafiken: EControl-Glas GmbH & Co. KG