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Innovative Technologie macht Solarstrom billiger


Grenzebach zählt zu den führenden Maschinenbauern für die industrielle Glasverarbeitung. Nun will das Unternehmen auch in der Herstellung von Dünnschichtmodulen richtungsweisende Akzente setzen. Bild: Grenzebach

Deutsche Glasmaschinenhersteller kündigen an, dass durch den Einsatz von innovativer Fertigungstechnologie und das weltweit erste laminatfreie Dünnschicht-Solarmodul Strom aus Photovoltaikanlagen deutlich wettbewerbsfähiger wird.

Schon im Jahr 2010 soll Strom aus Dünnschichtmodulen genau so viel kosten wie Strom aus konventionellen Kraftwerken. Dies kündigt das Forum Glastechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in einer aktuellen Pressemitteilung vom 31. Juli 2008 an. Die in dem Forum zusammengeschlossenen Glasmaschinenbauer sehen in der vollautomatischen Massenproduktionen ein probates Mittel, entsprechend niedrige Strompreise möglich zu machen.
Bei der Umsetzung dieses Vorhabens können die deutschen Maschinenbauer von ihrer Erfahrung in der Fertigungstechnologie von Glasprodukten für den Baubereich profitieren. Für sie besteht der Unterschied zwischen normalen Zweifach-Isolierglasscheiben, wie sie seit Jahrzehnten in Wohn- und Verwaltungsgebäuden eingesetzt werden, und Dünnschichtmodulen grundsätzlich nur darin, dass sich zwischen den beiden aufeinander gefügten Scheiben kein organisches Material oder Schutzgas, sondern Solarzellen befinden. Ausgehend von dieser Einschätzung, haben deutsche Glasmaschinenbauer ihre Techniken modifiziert und für die Herstellung von Solarmodulen anwendbar gemacht. „Dadurch“, so Siegfried Glaser, Vorsitzender des Forums Glastechnik „wird es in Zukunft möglich, Dünnschicht-Solarmodule weit effizienter, schneller und damit auch kostengünstiger herzustellen.“

Neue Anwendungen durch Dünnschichttechnologie

Anders als bei den bisher überwiegend installierten auf Siliziumscheiben basierenden Verfahren macht die Dünnfilmtechnologie auch bei nicht vorhandener direkter Sonneneinstrahlung eine konstante Energieausbeute möglich. Laut Glaser ist diese Technik darum insbesondere für Länder wie Deutschland „genau das Richtige". Es werde nicht mehr allzu lange dauern, bis Dünnschicht-Solarmodule zu ganz normalen in Gebäuden integrierten Bauteilen und für praktisch jeden Bauherren erschwinglich werden, prognostiziert er.

Besonders bei der gebäudeintegrierten Photovoltaik könne die Dünnfilmtechnologie ihre besonderen Vorteile ausspielen. Das Modul erzeuge hier nicht nur Energie, sondern sei Bestandteil multifunktionaler Gläser und Systeme für Fassaden, Überdachungen und Verblendungen, die mit Funktionen wie Wärme- und Sonnenschutz, Sicherheit und Schallschutz, Lichtlenkung und Verschattung sowie Design kombinierbar seien. Größen, Farben und Formen seien dabei kaum Grenzen gesetzt.

Die deutschen Glasmaschinenbauer bieten nicht nur Maschinen und Anlagen für einzelne Fertigungsbereiche, sondern auch komplette Fertigungslinien und Leistungen aus einer Hand. International zählen sie zu den Technologieführern, entsprechend groß wird das Besucherinteresse auf der glasstec 2008 an ihren neuen Lösungen für die Herstellung von Photovoltaik- und Solarthermie-Modulen sein.

Technologieführer auf der glasstec 2008

Mit der Grenzebach Maschinenbau GmbH und der zur Bystronic glass-Gruppe gehörenden Lenhardt Maschinenbau GmbH werden in Düsseldorf unter anderen zwei maßgeblich an der Neuausrichtung der Branche beteiligte Unternehmen ihre Neuheiten präsentieren. Mit unserer Technik wird es möglich sein, die Kosten pro installiertes Watt von zur Zeit drei bis fünf Euro auf unter einen Euro zu drücken“, erklärt Egbert Wenninger, Mitglied der Grenzebach-Geschäftsführung. Damit sei Strom aus Dünnschichtzellen gegenüber konventionell hergestelltem Strom konkurrenzfähig. Wenninger geht davon aus, dass die ersten Module schon 2010 auf dem Markt verfügbar sein werden. Mit der von Grenzebach entwickelten Technik sei es möglich, Dünnschichtmodule in Massenproduktion herzustellen. Dabei spiele es keine Rolle, was für eine Art von Solarzellen sich im Modul befinde.

Ebenfalls für alle Dünnschichtzellen geeignet ist das von der Lenhardt Maschinenbau GmbH entwickelte, weltweit erste laminatfreie Solarmodul. Im Sekundentakt, berichtet Geschäftsführer Bernhard Schmitt, könnten mit der neuen Technik auch großflächige Module hergestellt werden, für deren Produktion bisher noch etliche Minuten nötig seien. Das zeitraubende und kostspielige Laminieren, bei dem die in hauchdünne Kunststofffolien eingebetteten Solarzellen mit der Glasscheibe verschmelzt werden, fällt bei der neuen Technik weg. Auch der sonst übliche Rahmen wird nicht gebraucht. Ein weiterer Vorteil: Da die Module die verschiedenen Fertigungsschritte nicht liegend durchlaufen, sondern senkrecht stehend, wird der für die Produktion benötigte Platz stark reduziert. Abfall fällt laut Schmitt bei der Herstellung kaum an, und zudem ließen sich die Module wesentlich einfacher recyceln.

Solarbereich wächst stark

Neben Lenhardt und Grenzebach haben sich bisher rund 120 in- und ausländische Firmen als Aussteller für die Bereiche Photovoltaik und Solarthermie für die glasstec 2008 registrieren lassen. Allein für die Sonderschau „glass technology live" liegen bereits 28 Zusagen vor. An Herstellern aus dem Modulbereich sind unter anderem Scheuten Solar, Schott, Schüco, Sulfurcell und Sunways und auf der Fertigungsseite Applied Materials, Jenoptik, Reis Robotics sowie von Ardenne und die Wagner & Co. Solartechnik GmbH vertreten, die zusammen mit anderen Ausstellern ihre Neuheiten auf dem Gebiet der Solarthermie vorstellt.

 
 

Mehr Informationen

Am Messestand von Bystronic glass wird mehrmals täglich live die Applikation des Thermo Plastic Spacer (TPS) auf Halbleitersubstraten zu sehen sein. Die sehr flexible und in der Isolierglasherstellung seit Jahren bewährte Verbindungstechnologie bietet auch bei der Produktion von Photovoltaikmodulen klare Vorteile.
Bild: Bystronic glass

Dieser Roboter von Grenzebach besorgt beim Herstellungsprozess von Dünnschichtmodulen das Schneiden des als Trägermaterial und zur Abdeckung verwendeten Glases.
Bild: Grenzebach