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Reduzierung der Glasflächen in Neubauten verhindern

Nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Welt sind Ganzglasfassaden, die lediglich von schmalen Abdeckleisten oder Abdichtungsfugen unterbrochen werden, sehr gefragt. Die Frage nach dem sommerlichen Wärmeschutz muss an jedem Standort geklärt werden.
Durch ihr engagiertes Eingreifen konnten der Bundesverband Flachglas e.V. und der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. verhindern, dass künftig in Deutschland Fenster und Glasfassaden bei Neubauten kleiner ausfallen müssen.
Der Entwurf der Energieeinsparverordnung 2009 ließ die deutsche Glas- und Fensterbranche im Frühjahr 2008 aufschrecken. Denn der im April vorgelegte Entwurf enthielt mit der Herabsetzung des zulässigen Sonneneintrages um 30 Prozent eine zuvor noch nie diskutierte Änderung, die bei ihrer Umsetzung weitreichende Einschränkungen für die Größe von Fenstern und Glasfassaden bei Neubauten zur Folge gehabt hätte. Erreichen wollte man damit eine Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes erreichen. Die Überlegung der Politik war folgende: verkleinert man die Flächen von Fenstern und Glasfassaden, dringt weniger Sonnenenergie in die Gebäude ein, folglich kann der Energiebedarf für ihre Kühlung reduziert werden. „Beim Objektbau wäre die heutige Glasarchitektur schlicht nicht mehr möglich gewesen, und auch im Wohnungsbau hätten Fenster und Glasflächen kleiner werden müssen“, erklärt VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn die möglichen Folgen der anvisierten Neuregelung.
Durch Stellungnahmen an die Ministerien und Hintergrundgespräche konnten die Verbände die Politiker jedoch dazu bewegen, die strittige Reduzierung des Sonneneintrages aus dem Entwurf zu streichen. „Eine solche Anforderung brächte keine energetischen Vorteile. Sie würde im Gegenteil solare Energiegewinne verhindern sowie die Möglichkeiten moderner Architektur mit Glasfassaden vor allem bei Nichtwohngebäuden stark beschränken“, fasst Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas, die Argumentation der Verbände zusammen. Die solare Strahlungsenergie sei als eine Form regenerativer Energie sogar wünschenswert, wenn man angemessen damit umgehe und in der Gesamtplanung des Gebäudes ein paar Punkte beachte.
Studie soll für Aufklärung sorgen
Damit solche, aus Sicht der Glas- und Fensterbranche kontraproduktiven Einschränkungen künftig schon frühzeitig ausgeschlossen werden können, bereiten der Bundesverband Flachglas und der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller nach eigener Aussage nun eine Studie über das sommerliche Verhalten von „Glasgebäuden“ vor. Sie soll der Politik rechtzeitig vor künftigen Verordnungen (die nächste Verschärfung der EnEV ist für 2012 geplant) zuverlässige Zahlen an die Hand geben. Geplant ist zudem, im Rahmen dieser Studie einen Leitfaden zu erstellen, der konkrete Hinweise gibt, was beim glasorientierten Bauen zu beachten ist.
Praktische Hilfe für Planer und Nutzer
Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes ist nach Energieeinsparverordnung (EnEV) Pflicht und ermöglicht die Realisierung eines behaglichen Raumklimas im Sommer. Vor diesem Hintergrund hat eine Arbeitsgruppe des VFF bereits Mitte 2008 Jahres ein überarbeitetes Merkblatt (ES.04) vorgelegt. Neben der ausführlichen Erläuterung des Nachweises des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN 4108-2 werden in dem Papier erstmals wichtige Hinweise für Planer und Nutzer von Gebäuden mit hohem Glasanteil in der Fassade gegeben. Denn die vereinfachten Annahmen der Normen reichen nicht immer aus. Es gilt Sommer und Winter zu optimieren, um einen ganzjährigen Komfort bei geringstem Energieverbrauch zu gewährleisten.
Das Merkblatt ES.04 wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fenstertechnik, dem Bundesverband Deutscher Fertigbau, dem Bundesverband Flachglas, dem Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz, dem HDH und anderen kompetenten Fachleuten erstellt. Mitglieder des Verbandes erhalten ein Exemplar kostenlos. Nicht-Mitglieder des VFF können das Merkblatt über den Online-Shop unter www.window.de gegen eine Schutzgebühr von 6,00 Euro zzgl. Versandkostenpauschale bestellen.
Leistungsschau auf der glasstec 2008
Um der Aufheizung von Wohn- und Büroräumen bei starker Sonneneinstrahlung entgegen zu wirken, hat die Glasindustrie ein breite Palette von Funktionsgläsern im Programm. Hauchdünne, unsichtbare Sonnenschutzbeschichtungen, schaltbare Gläser und glasintegrierte Jalousien sind nur einige der Lösungen. Vom 21. bis 25. Oktober 2008 werden auf der glasstec zahlreiche weitere Produktinnovationen zu sehen sein, die auch in Zukunft die Realisierung von großen Glasflächen in Wohn- und Verwaltungsgebäuden möglich machen.
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Großflächige Verglasungen wie beispielsweise am Düsseldorfer Stadttor wären bei Umsetzung der ursprünglich im EnEV-Entwurf vorgesehenen Reduzierung des Sonneneintrags wohl nicht mehr realisierbar gewesen.
Bilder: Messe Düsseldorf

Bei intensiver Sonneneinstrahlung können Isoliergläser allein, trotz Sonnenschutzbeschichtung, keinen ausreichenden Wärmeschutz gewährleisten. Großflächige Verglasungen müssen darum zusätzlichen mit Verschattungseinrichtungen bestückt werden.









